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"Viel gelernt": Carsten Schäfer mit Starkoch Simon Metzler. 

 

Zur Motivation in die Küchen der Stars

Lernen von Simon Metzler und Stefan Marquard - Wie ein Eudorfer

Gastronom seine

Lehrlinge für den Beruf motiviert

EUDORF (aep). Wenn Carsten Schäfer vom Kochen spricht, dann leuchten die Augen des 17-Jährigen. Kochen ist eine seiner Leidenschaften und praktischerweise auch sein Lehrberuf. Seit kurzem kocht seine Begeisterung für diesen Beruf noch auf höherer Flamme, schickte ihn sein Chef doch in die überbetriebliche Ausbildung - und nicht in irgendeine Küche. Bei niemand geringerem als dem TV-Koch Simon Metzler schaute Carsten Schäfer zwei Wochen in die Töpfe. Sein Chef Jörg Hofmann möchte den Nachwuchs damit fördern - und schickte auch Lehrling Roman Schnorrer zu einem Tagesseminar: bei Starkoch Stefan Marquard. "Zu meiner Ausbildung gehört, dass ich die jungen Leute auch auf überbetriebliche Ausbildung schicke", erklärt der Inhaber des Hotel-Restaurants "Zur Schmiede" in Eudorf anfangs ein wenig trocken die ungewöhnlichen Seminare seiner Lehrlinge. Angemacht mit ein paar Details der Vorgeschichte und abgelöscht mit würzigen Anekdoten rund um die Stars entsteht mit seinen Erzählungen aber eine humorvolle Geschichte aus der bunten Welt der Küchenkünstler, von der der 42-jährige Chef dreier Koch-Gesellen und zweier -Auszubildender behauptet: "Kochen - das ist ein klasse Beruf. Nur die Arbeitszeiten sind schlecht."
Das Ganze begann, als Jörg Hofmann sich im vergangenen Jahr selbst auf Lehrgang schickte und dabei Stefan Marquard kennen lernte - einen der namhaften deutschen Köche. Den 44-Jährigen aus dem bayerischen Tutzingen kennen Freunde von Koch-Shows aus dem Fernsehen und Gourmets durch seine Würdigung im Guide Michelin. Der richtige Mann also, wenn man eifrigen Küchen-Nachwuchs mit Prominenz begeistern will. Starkoch Marquard, bekannt auch dadurch, dass er Soßen am liebsten zu Rockmusik abschmeckt, zeigte sich umgänglich, und der Eudorfer Kollege fragte einfach mal, ob er seinen jüngsten Lehrling zu einem Tagesseminar schicken könne. Marquard sagte sofort zu.
Ein Seminar in Willingen bildete den Hintergrund für ein Treffen des Eudorfer Hoteliers mit Star-Koch Simon Metzler, dessen Familie in Überlingen am Bodensee das Hotel-Restaurant "Bürgerbräu" betreibt. Ein Haus der gehobenen Klasse, und Simon Metzler zählt zu den 600 besten Köchen Deutschlands. Hofmann ging zu ihm mit dem gleichen Gedanken wie schon zuvor: "Ich möchte meinen Lehrlingen vermitteln, dass Kochen Spaß macht. Sie sollen etwas kennen lernen, das ich ihnen sonst nicht bieten kann."
Also marschierte er auf den auch für seinen markanten Bart bekannten Koch zu und fragte einfach nach einer Möglichkeit, den Lehrling Carsten Schäfer aus dem zweiten Lehrjahr bei ihm unterzubringen. "Da hat er einfach 'Ja' gesagt", erinnert sich Hofmann. Diesmal ging es immerhin um 14 Tage. In den Osterferien reiste Carsten Schäfer an den Bodensee - zum Teil auf eigene Kosten - und kehrte völlig begeistert an den heimischen Herd zurück.
"Cooking is like punkrock", strahlt der pfiffige, junge Mann heute, wenn man ihn nach den Erfahrungen der zwei Wochen fragt: "Das hat Spaß gemacht und mir auch viel gebracht." Zum Beispiel Wissen darüber, wie denn in einer Top-Küche mit ganz anderer Zielrichtung gekocht wird. Und mehr: "Man kriegt da auch die richtigen Connections." Für Köche mit Ehrgeiz nicht unwichtig.
Kaum zurück, wollte er etwas ausprobieren, und Chef Jörg Hofmann ließ ihn sich austoben: Ein Thai-Kokos-Schaum sollte es werden. Dass es den heute noch nicht auf der Speisekarte des Hotels gibt, liegt aber weniger am Können des Jungkochs, als daran, dass die dazugehörige Speise nicht in die anspruchsvolle Landhausküche des Restaurants passt. Aber Jörg Hofmann registrierte zufrieden: "Der Junge war völlig begeistert." Im kommenden Jahr soll Roman Schnorrer das Erlebnis mit ihm teilen.
Offenbar war übrigens nicht nur der Lehrling von dem Seminar beim Starkoch begeistert - sondern die Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit, meint Jörg Hofmann, dem die jungen Leute für die Förderung das Kompliment, "ein guter Chef", zukommen lassen. "Der Carsten", sagt ein durchaus zufriedener Chef, "hat dort unten einen so guten Eindruck hinterlassen, dass er vielleicht 2009 da anfangen kann."

 

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